„Wir haben (keine) Angst! (T)Räume von Wut und Mut in unsicheren Zeiten“ – Vorankündigung und Open Call zur 86. Jahrestagung der Gilde Soziale Arbeit e.V. vom 05. bis 08. Mai 2027 im Haus Neuland (Bielefeld):
Bielefelder Erklärung 2026 – Solidarität als Ankerpunkt
Im Nachgang zur 85. Jahrestagung der Gilde Soziale Arbeit stellt das Gildeamt nunmehr der Öffentlichkeit die Bielefelder Erklärung 2026 „Solidarität als Ankerpunkt“ vor:
Auszug aus der Bieleflder Erklärung 2026:
„Angesichts der gravierenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die in vielen Ländern derzeit zu verzeichnen sind, wird das Bemühen um soziale Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben in einer offenen, pluralen und demokratischen Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Während gesellschaftliche Polarisierungen und die Erosion rechtsstaatlicher Prinzipien zunehmen, geraten bisherige Strategien zur Unterstützung des sozialen Miteinander immer mehr ins Wanken. In Deutschland zeigt sich dies im Ab- und Umbau von Maßnahmen der Demokratieförderung – und das in Zeiten des Erstarkens rechter und rechtspopulistischer Kräfte. Aktuell gefährden massive Kürzungen im Sozialbereich die gesellschaftliche Integration. All diese dynamischen Prozesse betreffen Soziale Arbeit als gesellschaftliches Teilsystem und die darin Tätigen ganz unmittelbar, denn Soziale Arbeit ist auf soziale Gerechtigkeit, auf die Menschenrechte und auf die bedingungslose Achtung und Wahrung der Menschenwürde verpflichtet.
In Zeiten globaler Krisen, zunehmender Individualisierung und sozialer Unsicherheit bildet Solidarität einen entscheidenden Ankerpunkt für das gesellschaftliche Zusammenleben…“
Den Sozialstaat verteidigenund dem entfesselten Neoliberalismus Einhalt gebieten!
Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Gilde Soziale Arbeit e.V. am 13.05.2026 in Bielefeld wurde die folgende Entschließung zu aktuellen politischen Entwicklungen einstimmig verabschiedet:
Die abschließenden Forderungen lauten wie folgt:
Deshalb fordern wir die Gesetzgeber_innen auf den Sozialstaat zu stärken, anstatt ihn auszuhöhlen!
Wir fordern eine Politik, die dafür Sorge trägt, den gesellschaftlichen Reichtum gerecht zu verteilen!
Wir fordern die Beteiligung wissenschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteur_innen im Sinne der Stärkung des Sozialstaates und der Demokratie!
A caring Democracy is caring for Democracy!
„Einfach Weiter Machen? Solidarität als Ankerpunkt“ 85. Jahrestagung der Gilde 13./14.-16.05.2026

Vom 14.-16. Mai 2026 findet die 85. Jahrestagung der Gilde Soziale Arbeit unter dem Titel „Einfach Weiter Machen? Solidarität als Ankerpunkt“ statt. Am Abend des 13. Mai sind alle Mitglieder und Interessierten zur Mitgliederversammlung eingeladen.
Wie immer wird das ganze im Haus Neuland in Bielefeld-Sennestadt stattfinden.
Teaser: Die aktuellen (welt)gesellschaftlichen Entwicklungen werden von vielen Menschen als besorgniserregend und auch erschütternd empfunden. Was heißt es, unter diesen Vorzeichen „weiterzumachen“ – in der beruflichen Arbeit, im persönlichen Leben, in der Zivilgesellschaft? Geht das ‚einfach so‘? Müssen wir nicht etwas überdenken am Bisherigen, über manches auch ganz neu nachdenken, nicht zuletzt aber: anders handeln? Nichts an diesen Fragen ist „einfach“. Denn wir wissen in der Sozialen Arbeit auch um die Notwendigkeit des Weitermachen-Könnens – um die Notwendigkeit ein Leben leben zu können, Tag für Tag, auch um die Sehnsucht nach so etwas wie ‚Normalität‘.
Die ausführliche Tagungsbeschreibung, das vorläufige Tagungsprogramm und die Anmeldung sind hier zu finden.
[Bild von Tyli Jura auf Pixabay]
Vortrag auf der Theorie-AG 2025

Fragen sozialpädagogischer Wissens(re)produktion standen im Fokus der diesjährigen Theorie-AG der Kommission Sozialpädagogik der DGfE. Sarah Blume und Anne Reber gaben als Mitherausgeberinnen der Jubiläumsschrift und Vertreterinnen des Gildeamts Einblicke in das Buchprojekt und weitere Recherchen. Ihr Abendvortrag stand unter dem Titel „Vom Verrücken der Geschichte(n) – Historische Praxen der Wissensproduktion am Beispiel der »alten Dame« Gilde Soziale Arbeit“. Der Vortrag lud zu anregenden Diskussionen und Einstimmung auf den Themenschwerpunkt ein.

Bielefelder Erklärung 2025 – 100 Jahre Gilde Soziale Arbeit – 80 Jahre Befreiung vom Faschismus
Im Nachgang zur 84. Jahrestagung der Gilde Soziale Arbeit stellt das Gildeamt nunmehr der Öffentlichkeit die Bielefelder Erklärung 2025 „100 Jahre Gilde Soziale Arbeit – 80 Jahre Befreiung vom Faschismus“ vor:
1925 schlossen sich jugendbewegte Akteur*innen, die in der Sozialen Arbeit beruflich oder ehrenamtlich tätig waren, zur Gilde Soziale Arbeit zusammen. Gemeinsames Anliegen war es, sich mit den drängenden sozialen Fragen der Zeit auseinanderzusetzen und soziale Missstände zu bekämpfen. Dieses Anliegen hat, trotz aller Brüche und Wandlungen, bis heute Bestand: im Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und professionelle Hilfe für Menschen in Not.
Im Jahr 2025, begeht die Gilde Soziale Arbeit ihr 100-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig erinnern wir an 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs, nachdem Truppen der Alliierten das nationalsozialistische Deutschland militärisch besiegten und damit die Menschen-sortierenden und -vernichtenden Praktiken des NS-Regimes beendeten.
Fragen nach angemessenen Formen des Erinnerns und der (selbst)kritischen Auseinandersetzung sowie der Verantwortungsübernahme sind nach wie vor virulent. Auch die Frage der Anerkennung unterschiedlicher Betroffenen-Perspektiven ist einer steten (Neu-)Aushandlung unterworfen. Die Aushandlung erfordert dabei immer, alle Betroffenen gleichrangig zu beteiligen.
Auch Soziale Arbeit, deren Verstrickung, Mitwirkung und systemstabilisierende Funktion im NS mittlerweile nachgezeichnet worden sind, muss sich den entsprechenden Fragen und Auseinandersetzungen stellen.
Soziale Arbeit fand und findet nie im luftleeren Raum statt. Ihre Akteur*innen wurden vom NS-Regime verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet; sie engagierten sich im Widerstand gegen das NS-Regime, waren aber auch Täter*innen, Mitläufer*innen und Befürworter*innen.
Methoden der Kategorisierung, staatlich organisierte Aussonderung und Ausschließung sowie diskriminierende und stigmatisierende Praxen wurden im NS-Regime zu einer gewaltvollen und vernichtenden Umsetzung gebracht. Gewisse Kontinuitäten sind in die Geschichte der Sozialen Arbeit eingeschrieben und bis heute wirksam.
„Nie wieder ist jetzt“ darf nicht bloßer Sprechakt oder Phrase bleiben, sondern es bedeutet, „die Gegenwart so einzurichten, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt“ (Czollek/Haruna-Oelker/Sahebi 2025: Wer entscheidet, wie erinnert werden darf? In: ZEIT Online, https://www.zeit.de/kultur/2025-02/attentat-hanau-gedenken-erinnerungskultur-verantwortung-opfer).
Die aktuellen Entwicklungen – von einem Höchststand rechter Gewalttaten in Deutschland über das rasante Erstarken völkischer Parteien sowie nationalistischer und autoritärer Bewegungen weltweit bis hin zu unzähligen Menschenrechtsverletzungen und Begrenzungen des Rechts auf Asyl – machen deutlich, wie brüchig und widersprüchlich bisherige Politiken des Erinnerns oft geblieben sind.
Wenn Soziale Arbeit aus ihrer Geschichte für die Gegenwart lernen will, bedeutet dies, auch die eigene Geschichte weiter aufzuarbeiten bzw. zu bearbeiten sowie deren Bedeutung und deren (Nach-)Wirkung für die Gegenwart zu verstehen. Es bedeutet auch ein Sich-Einmischen, ein klares Sich-Positionieren gegen soziale Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen, ein Sich-Verbünden und Solidarisieren – auch außerhalb eigener Erfahrungshorizonte.
Soziale Arbeit ist niemals neutral, sie muss sich angesichts ihres normativ-ethischen Selbstverständnisses den gesellschaftlichen und sozialen Verwerfungen stellen.
Man kann nicht oft genug darauf hinweisen:
Kernaufgabe Sozialer Arbeit ist die Förderung und Unterstützung gesellschaftlicher und sozialer Entwicklungen im Sinne eines demokratischen Gemeinwesens sowie die Stärkung der Autonomie und Selbstbestimmung der Menschen.
Die Grundlage dafür ist die unbedingte Achtung der Menschenwürde. Die Achtung von Heterogenität, von Prinzipien sozialer Gerechtigkeit und der Menschenrechte – in einem Horizont gemeinsamer Verantwortung und radikaler Solidarität.
Wir, die Gilde Soziale Arbeit, feiern 100 Jahre bewegte und widersprüchliche Geschichte.
Wir erinnern uns an Vergangenes, reflektieren unser gegenwärtiges Handeln kritisch und übernehmen Verantwortung für die Zukunft. Unser Engagement gilt einer solidarischen, demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft. Wir treten Ausgrenzung und autoritärem Denken entschieden entgegen und setzen uns für Menschlichkeit sowie die unbedingte Achtung der Menschenwürde ein.
Für eine solidarische, demokratische und sozial gerechte Gesellschaft.
Gegen Ausgrenzung und autoritäres Denken.
Für Menschlichkeit.
Bielefeld, im Mai 2025.
Resolution zum Familiennachzug
Die Mitgliederversammlung der GiSA vom 28.05.2025 fordert die Bundesregierung, den Bundestag sowie den Bundesrat auf, den Beschluss des Bundeskabinetts vom 22.05.2025 zur Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzbedürftige zurückzunehmen und diesen mindestens im bestehenden Umfang beizubehalten. Die Aussetzung des Familiennachzugs widerspricht nach Überzeugung der Mitglieder der unteilbaren Menschenwürde und stellt ein erhebliches Integrationshindernis dar.
Jubiläumstagung „100 Jahre Gilde Soziale Arbeit – Konflikte und ’social action‘ – Die Geschichte(n) von Morgen“

Vom 28. bis 31. Mai 2025 begeht die Gilde Soziale Arbeit im Rahmen ihrer 84. Jahrestagung ihr 100. Jubiläum im Haus Neuland (bei Bielefeld). Dabei wird/werden die Geschichte(n) der Gilde aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet – auf auch ungewöhnliche Weise und mit kreativen Mitteln.
Diese besondere Tagung soll neben der Fokussierung auf das Gestern auch den Blick für die Gegenwart schärfen und über den Tellerrand der Gilde Soziale Arbeit hinaus zur Beschäftigung mit den Fragen beitragen: Was prägt die Soziale Arbeit im Jetzt und Heute? Was lehrt uns das Gestrige und Gegenwärtige? Wie möchten und müssen wir auf dieser Basis Soziale Arbeit zukünftig denken und gestalten? – Der Begriff ’social action‘, der von Gilde-Mitgliedern im Laufe der Zeit geprägt wurde, im Sinne eines Aktivwerdens, soll entsprechend auch zum Handeln auf der Tagung und darüber hinaus inspirieren.
Zur Jubiläumstagung möchten wir alle einladen, die neugierig auf die – alte und junge – Gilde Soziale Arbeit sind!
Alle Informationen zum Tagungsprogramm, den Tagungspreisen und allem weiteren sind hier zu finden:
100 Jahre Gilde Soziale Arbeit – Konflikte und ’social action‘ – Die Geschichte(n) von Morgen“
Euer Gildeamt!
SAVE THE DATE …
„100 Jahre Gilde Soziale Arbeit – 100 Jahre widersprüchliche Bewegungen der Kritik“ – Vorankündigung einer etwas anderen Jubiläumstagung vom 28. bis 31. Mai 2025 im Haus Neuland!
83. Jahrestagung „Wir sind (nicht) die Guten! Oder: Welches Mandat hat die Soziale Arbeit?“

Das Thema der 83. Jahrestagung der Gilde Soziale Arbeit e.V. steht fest: Wir sind (nicht) die Guten! Oder: Welches Mandat hat die Soziale Arbeit?
Wie jedes Jahr laden wir über Himmelfahrt vom 09. bis 11. Mai 2024 alle Mitglieder und Interessierten ein, für ausführliche Diskussionen und spannende Begegnungen auf Augenhöhe ins Haus Neuland (Nähe Bielefeld) zusammen zukommen. Diesses mal wollen wir gemeinsam die Frage „Welches Mandat hat die Soziale Arbeit?“ aufgreifen und (selbst)kritisch verhandeln. Dazu dienen neben Impulsreferaten auch die methodisch vielfältig ausgestalteten Diskussions- und Austauschräume; so können eigene Erfahrungen in den jeweiligen beruflichen Zusammenhängen etwa in Fachforen diskutiert, ausgetauscht und (neu) ausgelotet werden.
Alle Informationen zum Tagungsprogramm, den Tagungspreisen und allem weiteren sind hier zu finden:
Jahrestagung 2024 „Wir sind (nicht) die Guten! Oder: Welches Mandat hat die Soziale Arbeit?“
Wir freuen uns auf alle Mitglieder und alle Interessierten, die im nächsten Jahr teilnehmen werden.
Euer Gildeamt!
